Ungeheuer wertvoll: Nessie im Loch Ness in Schottland

Während andere Länder Pharaonenschätze ausgraben oder sich mit immer höheren Wolkenkratzern übertreffen, um Touristen anzulocken, hat Schottland den Urlaubern nur eine zugegebenermaßen malerische Natur zu bieten, garniert mit Schlössern und Ruinen, sowie den eher kontraproduktiven Ruf eines ständigen Feuchtgebietes.

Kurz, Schottland stand nicht allzu weit oben auf der Liste der beliebtesten Reiseziel. Bis zum April 1933. Damals glaubte Aldie Mackay  – Besitzerin des Drumnadrochit Hotels, das heute Teil des Loch Ness Zentrums ist – das Ungeheuer zu sehen.

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TV-Tipp, 24.11.2012: Das Whisky-Geheimnis von Islay

Samstag, 24.11.2012, um 19.30 Uhr auf ARTE

360° – Geo Reportage

Die schottische Insel Islay ist Heimat von acht traditionellen Whiskybrennereien, die unter Kennern einen ausgezeichneten Ruf genießen. Das Wasser, der Torf und das Jod aus dem Meer sind die besonderen Elemente des Whiskys, der diese Insel bekanntgemacht hat. Und die Herstellung des berühmten Getränks sorgt nicht nur für Arbeitsplätze auf Islay, sondern ist auch ganzer Stolz und zugleich Lebensgrundlage ihrer charismatischen Bewohner. “360° – Geo Reportage” zeigt, wie das schottische Nationalgetränk Leben und Arbeit der Menschen auf Islay bestimmt.

Einige der bekanntesten Whiskydestillerien der Welt befinden sich auf der schottischen Insel Islay. Zu ihnen gehört auch die Brennerei Bruichladdich, gegründet 1881. Als der Whiskyabsatz weltweit in eine Krise geriet, musste sie Mitte der 90er Jahre ihre Pforten schließen. Doch im Jahr 2000 ließ sich der Engländer Mark Reynier auf Islay nieder und kaufte Bruichladdich.
Der 49-jährige Händler, der sich seit jeher leidenschaftlich für Wein und Spirituosen interessiert, erfüllte sich einen Traum und wechselte vom Verkauf zur Produktion. Er stoppte die Herstellung der bis dahin üblichen “Blended Whiskys” – billige Verschnitte aus Mais oder Weizen – und setzte auf Qualität. Bruichladdich produziert seitdem ausschließlich “Single Malt”, also Whisky aus Gerste, die im eigenen Haus gemälzt wird. In den letzten Jahren hat Mark Reynier Bruichladdich zu einer Qualitätsmarke entwickelt, die ihresgleichen sucht.
Zudem hat er ein weiteres Ziel vor Augen. Mit seinem Destilliermeister Jim McEwan, einer Koryphäe in seinem Fach, möchte er den stärksten Whisky der Welt herstellen. Einen Whisky, der viermal gebrannt wird und zu Beginn der Lagerung 88 Prozent Alkohol enthält. Auch einen Namen gibt es schon für das Produkt: Octomore. Dieser Name ist mit der Geschichte der Insel eng verbunden. Eine frühere Brennerei trug den Namen Octomore, bestand allerdings nur wenige Jahre, bis die Inhaberfamilie auf ungeklärte Weise plötzlich verschwand. Mark Reynier möchte den Namen erhalten und mit ihm einen weiteren Mythos von Islay wiederbeleben.

Wiederholungen:
25.11.2012 um 13:25
30.11.2012 um 11:55
01.12.2012 um 09:50

(Senderinformation)

Klaas und Harald in Osnabrück

Heute haben sich Harald (Blue Planet) und Klaas (Flying Dutchman) in Osnabrück getroffen, um über ihre Zusammenarbeit zu sprechen.

Wird Schottland schon bald Teil von Skandinavien?

Wird Schottland schon bald Teil von Skandinavien?

Während aller Orten über mehr Integration gesprochen wird, gibt es mitten in Europa auch Sezessions-Pläne: Schottland wird in einem Referendum über die Abspaltung von Großbritannien entscheiden. Die Scottish National Party wäre viel lieber ein Teil des auf der Insel bewunderten Skandinavie.

Im Jahr 2014 oder 2015 wird Schottland in einem Referendum über seine Unabhängigkeit entscheiden. Die Scottish National Party hat indes schon einen Plan für eine Anbindung Schottlands an Skandinavien weg von Großbritannien ausgearbeitet. Eine eigene Armee, Luftwaffe und Marine soll auch geschaffen werden.

Die Chefstrategen der Scottish National Party (SNP) arbeiten seit längerer Zeit an einem „Prospekt zur Unabhängigkeit“. Dieses Dokument, über dessen Inhalt dem britischen Independent von SNP Insidern berichtet wurde, soll unter anderem die Schotten noch vor dem Referendum im Jahr 2014 oder 2015 von der Unabhängigkeit Schottlands überzeugen.

Landschaftlich sind Schottland (hier die Highlands) und Skandinavien durchaus verwandt. Ob auch eine politische Allianz gelingen könnte? (Foto: Flickr/Franconian)

Ziel ist es, sich nach der Unabhängigkeit von Großbritannien deutlich mehr an den skandinavischen Ländern und Osteuropa zu orientieren, als weiterhin zu den Briten zu schauen. “Unsere Nachbarn im Norden und Osten haben bereits einen guten Start hingelegt und arbeiten konstruktiv zusammen. Wir müssen uns ihnen anschließen und unsere Rolle dabei spielen“, sagte Angus Robertson kürzlich, der Sprecher für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung der SNP, wie der Independent berichtet.

Neben der Funktion, die Schotten von der notwendigen Unabhängigkeit von Großbritannien zu überzeugen, dient das Papier auch als Verhandlungsbasis mit der britischen Regierung. Sollte das Referendum gewonnen werden, will Alex Salmond, schottischer Politiker und Erster Minister seines Landes, neun Prozent des gesamten britischen Vermögens inklusive entsprechender Rüstungsgüter verlangen, was dem Anteil der Schotten an der britischen Bevölkerung entspricht. Zudem soll bei Faslane, wo sich derzeitig die Basis der britischen Trident U-Boot-Flotte befindet, eine unabhängige, schottische Marine nach nordischem Vorbild entstehen. Auch eine schottische Luftwaffe und eine unabhängige Armee, der das Royal Regiment of Scotland als Rückgrat dienen soll, sind geplant.

Bereits in den vergangenen Jahren reisten die schottischen Separatisten wiederholt nach Skandinavien, um sich mit den dortigen Ministern und Beamten zu treffen und den Weg für größere Kooperationen zu ebnen. Hinsichtlich der Energieversorgung gibt es schon ausgearbeitete Pläne für ein Superstromnetz zwischen Schottland und Norwegen. Im Handel will die SNP die Zusammenarbeit mit Schweden, Dänemark und Norwegen ausweiten und eine gemeinsame Öl- und Gasförderung schaffen. Selbst über den Transport hat sich die SNP Gedanken gemacht: Neue Seewege wie etwa von Asien über Russlands Norden sollen genutzt werden und eine neuer Hauptcontainerhafen soll in Konkurrenz zu Rotterdam geschaffen werden.

In Schottland entdeckte Fossilien

Fossilienfunde schließen Forschungslücke

Ein Glücksfall für die Forschung: In Schottland entdeckte Fossilien liefern Informationen, wie sich die ersten Wirbeltiere an Land entwickelt haben – und schließen eine Millionen-Jahre-Lücke in der Paläontologie.

Zwischen einem und zwei Metern lang schätzen Wissenschaftler die Größe eines amphibischen Tieres, dessen ungefähr 360 Millionen Jahre alten Fossilien jetzt gefunden wurden

Southhampton.

Lange rätselten Paläontologen über eine Millionen Jahre umspannende Fundlücke – im südlichen Schottland entdeckte Fossilien haben sie nun weiter geschlossen. Die fossilienarme Zeit vor etwa 365 bis 359 Millionen Jahren werde als „Romer-Lücke“ bezeichnet und habe ursprünglich sogar 30 Millionen Jahre umfasst, schreiben britische Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Die nun datierten Fossilien bieten dem Bericht zufolge wichtige Informationen zur Entwicklung der ersten terrestrischen Wirbeltiere. Und sie zeigten, dass die Lücke auf einem Mangel an Fundstücken beruhte – und nicht auf einem Mangel an Tieren zu jener Zeit.

Das Team um Jennifer Clack von der Universität von Southhampton berichtet von Überresten von Tieren, die an mehreren Stellen im Süden Schottlands gefunden wurden und die sowohl marines als auch terrestrisches Leben repräsentieren. Mit ihnen lasse sich die bisherige Lücke zwischen hauptsächlich im Wasser lebenden Tetrapoden des Devon mit vielen primitiven Merkmalen und späteren, landlebenden Tetrapoden mit Merkmalen moderner vierbeiniger Tiere füllen.

Die ursprünglichen Formen sind demnach oft etwa ein bis zwei Meter lang, besitzen flossenähnliche Gliedmaßen und verhältnismäßig lange, abgeflachte Köpfe. Die weiter entwickelten Tiere wiesen hingegen eine größere Vielfalt sowie schmalere Köpfe auf. Die Fossilien geben Clacks Team zufolge Hinweise, wie die Anpassungen an ein Leben an Land vonstattengingen. Und sie zeigen, so die Forscher, dass einige Tetrapoden-Linien wohl viel früher entstanden als bislang angenommen.

Einer Theorie nach schuf ein Massenaussterben vor 360 Millionen Jahren die Voraussetzungen dafür, dass moderne Fische und erste Landwirbeltiere sich entwickeln und durchsetzen konnten. Das Devon, das vor 416 Millionen begann und vor 359 Millionen endete, gilt als das Zeitalter der Fische. Zu jener Zeit begannen Vorformen der späteren Landwirbeltiere mit ersten Anpassungen an ein Leben außerhalb des Wassers. Vor 360 Millionen Jahren, am Übergang vom Devon zum Karbon, gab es einen Einschnitt: Viele Tierformen wurden verdrängt, die modernen Wirbeltiere eroberten die Erde. Vermutete Ursache der massiven Veränderungen: ein weltweites Massensterben, dessen mögliche Ursache aber noch unklar ist.

Schottland treibt Unabhängigkeit weiter voran

Schottland treibt Unabhängigkeit weiter voran

London (dpa) – Der schottische Ministerpräsident Alex Salmond treibt den politischen Showdown zur Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien voran. Er machte wesentliche Vorstellungen für einen Volksentscheid in der zweiten Hälfte 2014 öffentlich. Die rund fünf Millionen Schotten sollen die Frage beantworten: «Stimmen Sie zu, dass Schottland ein unabhängiges Land sein soll?» Ein Sprecher von Salmonds linksliberaler Nationalpartei SNP sagte, dass bei dem Referendum eine zweite Frage gestellt werden könnte, die nicht die volle Unabhängigkeit beinhalte.

Glühender Appell gegen Abspaltung Schottlands

Cameron: Glühender Appell gegen Abspaltung Schottlands

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat sich bei seinem Besuch in Schottland mit einem glühenden Appell für die Einheit Großbritanniens und gegen eine Abspaltung Schottlands stark gemacht.

Schottland sei als Teil Großbritanniens „stärker, reicher, fairer und besser geschützt“, sagte Cameron am Donnerstag bei seiner Ankunft in Edinburgh.

Wie Schottland profitierten auch die anderen Landesteile England, Nordirland und Wales von der Kraft des Vereinigten Königreichs, sagte der Premier.

Die schottische Nationalpartei SNP hatte mit einem auf die Unabhängigkeit von London ausgerichteten Wahlkampf im vergangenen Mai gesiegt und führt im Regionalparlament in Edinburgh mit absoluter Mehrheit die Geschäfte.

Ministerpräsident Alex Salmond will im Jahr 2014 ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands mit seinen fünf Millionen Einwohnern abhalten.

Mit der Zentralregierung in Westminister liegt er über Details des Referendums im Streit, etwa über den Zeitpunkt und die Formulierung der Frage auf dem Wahlzettel. Die beiden Politiker wollten am Nachmittag zusammentreffen.

Die Befürworter der Unabhängigkeit glauben, dass Schottland ohne den Rest Großbritanniens bessergestellt wäre. Vor allem die Steuereinnahmen aus dem Nordseeöl – die britischen Vorkommen lagern fast ausschließlich vor der schottischen Küste – müssten dann nicht mehr nach London abgeführt werden.

Cameron entgegnete, Schottland profitiere etwa davon, dass es über Großbritannien eine Stimme im Weltsicherheitsrat habe und von einer der stärksten Armeen der Welt geschützt werde.

apa/dpa